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Zwei
verpasst und eins aufgeholt

Die
Fahrt war unspektakulär, ich war der einzige Trinker im Auto
- vielleicht sollte mir das mal zu denken geben.
Wahrscheinlich sollte ich mal was an meinen Gewohnheiten
ändern, meinen Bekanntenkreis zum Beispiel.
Wir sind dann dank Ulrike und trotz ihres Navis angekommen.
Vermutlich, weil wir nicht drauf gehört haben. Mit unserem
persönlichen Navigationsgerät David sind wir um den Stau
herum und statt dessen durch Opladen gefahren. Wir waren
dadurch zwar pünktlich, David, der den Weg wie gesagt selbst
vorgeschlagen hat, hat aber wohl nachhaltigen Schaden
erlitten, er stammelte jedenfalls die ganze Zeit "die sind
ja alle häßlich hier; oh mein Gott sind hier alle häßlich"
usw.
Nachdem wir gezwungenermaßen die Stadionrunde gedreht hatten
um Bier wegzutragen, ging es auch schon los. Schockiert
nahmen wir zur Kenntnis, dass Kohout hinten links spielte
und in den ersten 5 Minuten schon mehr lief als in allen
vorherigen Spielen zusammen, außerdem Möllering, Schnier und
Jesse James von Anfang an. Gerade auf die nächste Niederlage
eingestellt, klingelte es auch schon, aber zur Überraschung
nicht bei uns. Ecke, Abpraller, Manske zieht ab, Tor. Dennis
anrufen, der nicht weiß, ob er sich jetzt darüber freuen
soll.
Das Tor motivierte die Ultras dazu, kollektiv ihren Standort
zu wechseln und sich aus dem Bild von Kameramann Staude zu
verpissen. Der war beleidigt und als das Schauspiel gerade
auf seinen Höhepunkt zusteuerte merkten die Spieler auf dem
Platz wohl, dass es daneben gerade interessanter ist und
holten sich die Aufmerksamkeit mit einer flach
hereingebrachten Flanke, die Amione verwertete, wieder
zurück. Nach dem Jubel sagten Ulrike und ich etwa
zeitgleich, dass Dennis spätestens jetzt, wenn ich ihn
anrufe, ins Lenkrad beißt. Tat er nicht, aber das wohl nur,
weil er bereits ausgestiegen und auf dem Weg zum Eingang
war.
Unser
Spiel begann derweil rund um Köln. Den ganzen Tag hatte
schon alles so hervorragend geklappt, dass es eigentlich
schon keine Frage mehr war, dass unser KFC die Sache mal so
richtig rund machen würde. Demzufolge waren meine Hoffnungen
auf alles andere als eine Klatsche absolut bei Null und die
Enttäuschung, zu spät zu kommen nicht gar so groß. Doch dann
erreichte uns via Handy verwirrende Kunde: Der KFC sollte
führen, zunächst mit einem Tor und als wir gerade zur Kasse
stürmten gar mit zweien. Das konnte ja nur schief gehen. Und
kaum hatten wir freie Sicht aufs Spielfeld ging es auch
schon los. Das erste Gegentor verhinderte noch der
Schiedsrichterassistent mit der Dauererektion im rechten
Arm, beim zweiten konnte man leider auch mit extremster
Phantasie keine Abseitsstellung erfinden. So überlegten wir
schon, das Stadion zur Sicherheit wieder zu verlassen, lag
der Bruch im Spiel unseres Teams ja nun definitiv an uns.
Bis zur Halbzeit hielten wir aber doch noch durch und
vielleicht konnte Alex die Truppe ja in der Kabine auf die
veränderte Situation mit nun zwei Zuschauern mehr
einstellen. Also alle Hoffnung auf den zweiten Durchgang, in
dem wir nun leider auf die fliegende Fahne zuspielen
mussten. Da braucht es schon außergewöhnliches
Regelverständnis, um doch noch den Sieg nach Hause zu
fahren. So gab es nach einem Vorteil vor dem Strafraum erst
Freistoss, dann rot, dann Elfmeter und dann noch mal
Elfmeter. Verstanden hat zwar keiner, was da passierte, aber
nachdem die meisten aufhören konnten zu lachen, hatten wir
ein Tor mehr und die anderen einen Spieler weniger. Hätte
man dem Assistenten jetzt die Abseitsregel in ihrer
eigentlichen Bedeutung erläutert, das Resultat wäre wohl
dreistellig geworden, so aber gab es nur noch ein Tor
natürlich nach einer Ecke, wo offenkundig ausnahmsweise mal
keiner im Abseits stand und wuchtigem Kopfball von unserem
neuen Superstar Amaretto. Die Freude war groß Rang 11 ist
wieder im Rahmen des erreichbaren und Tuukkas nicht so ganz
jugendfreie Humba kann vielleicht bald schon wieder der
Knappi übernehmen.

Nach
unserem Eintreffen ein seltenes Bild: Der KFC ist in
Ballbesitz.

Staude im Klinsch mit seinen Untertanen, keiner will in
seinem Film mitspielen.

Hoffnung keimt auf: Kann Chaos-Dione nicht mehr
weiterspielen?

Große Party, Uerdingen trifft doppelt im einseitigen
Elfmeterschiessen.

Auch unter Flutlicht ließen wir nichts mehr anbrennen.

Große Feier nach dem Sieg, jetzt ist wieder alles möglich,
und nichts.

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