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Diego
lebt

Das Vorglühen erfolgte zwar in kleinem Kreis, dafür war die
Zuschauerresonanz
trotz
der letzten Pleite fast schon enorm hoch. Auch alte
Bekannte, wie die Alex, Facki und der Deinert fanden mal
wieder den Weg in die schönste Burg der Welt. Wenn das
nichts ist, nächste Woche kommt dann wohl noch der Wolfi
wieder und wenn wir Meister sind sogar der Gundolf. Bis
dahin galt es aber zunächst, die Vorörtler aus der Müllstadt
zu kompostieren. Zu diesem Zweck vertraute Alex wieder
einigen Pfeifen, die das eigentlich nicht zwingend verdient
hatten, aber was soll man machen, wenn es keine weniger
schlechten gibt? Dominik war ja auch nicht einsatzbereit. Da
er sich im Amt den Fuß eingeschlafen hatte, und demzufolge
eine Schiene tragen musste, war selbst der Weg auf die Ost
schon fast des Guten zuviel. Die drei verwürfelten Runden
vom Mittwoch ließ er uns dann auch noch selber holen. Wenn
der Mal ein Date hätte, müsste die Frau ihm wahrscheinlich
auch die Tür aufhalten. Sascha fiel mit Bier holen leider
auch aus, der stand nämlich noch draußen in der Schlange und
da sich keiner anbieten wollte, hieß es bis zur Halbzeit auf
da zweite Bier warten, schluchz. Bis dahin war auch der
Sascha da, Christian hatte sein Saisondebüt gefeiert, und
unsere Recken hatten einen sicheren Sieg gegen einen klar
unterlegenen Gegner eigentlich schon wieder aus der Hand
gegeben. Unser Maradona-Verschnitt hatte bereits in der
Anfangsviertelstunde grandios den Torhüter umspielt und, für
einen Uerdinger untypisch, danach auch noch das leere Tor
getroffen. Doch mit dem ersten Befreiungsschlag, der die
Mittellinie überquerte machte Speldorf kurz vor der Halbzeit
den Ausgleich. In den folgenden drei Minuten bettelten wir
dann vergeblich um den Todesstoß, weswegen der Halbzeitstand
trotz massiver 43-minütiger Überlegenheit irgendwie schon
fast wieder glücklich war. So hatten wir auf dem Weg zum
Bierstand eigentlich schon jedwede Hoffnung auf irgendwas in
dieser Saison aufgegeben, selbst das Bier fließt jetzt nur
noch einfarbig aus dem Hahn, harte Zeiten sind's mal wieder,
dachte man da so. Aber die zweite Hälfte sollte ja
Sonnenschein in einen verregneten Abend bringen. Auf Nickis
Verletzung reagierend, rüsteten wir uns mit zwei Bier pro
Person aus, und waren nun gewappnet für die zweite Hälfte,
in der lange alles auf ein trostloses 1:1 hindeutete. Unsere
hatten zwar immer den Ball, außer er kam zu Ebersbach, weil
dann war er weg, aber helfen tat beides nix. Würsc.. äh
Tschuldigung, der Sebastian freute sich schon auf seinen
fantastischen Tippspielerfolg, da kam der Umschwung.
Zunächst wurde Ebersbach gegen Nouri getauscht, dann kam die
endgültige Entscheidung für den Fußball: Der Brockners
stürmte die Ost.
Mit ihm fiel plötzlich ein Tor nach dem anderen, und obwohl
beide Mannschaften gleich viele schossen, hatten wir am Ende
zwei mehr. Zunächst machte Heller das, was er kann, dann
machte Velardi was, was eigentlich keiner kann, und zu guter
letzt machten noch mal beide Abwehrreihen das, weswegen sie
in der Oberliga aktiv sind, einschließlich einem
sensationellen Flugkopfballeigentor. Nach soviel Brillanz
wollte man zwar eigentlich gar nicht mehr den Heimweg
antreten, aber Sonntag geht es ja schon weiter, dann zeigen
wir Gladbach, wo Barthel den Hammer an den Nagel hängt, oder
so.

Diesmal nahm der Zoo uns keine Zuschauerschauer weg, sondern
brachte noch mehr.

Und
auch die Fans geben alles.

Der
Schütze passte leider nicht mit aufs Bild, aber Hauptsache
der Ball ist da, wo er hingehört.

Auch an diese Hampeleien kann man sich gewöhnen, wenn es
dafür drei Punkte gibt.

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