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Sieg
nach Rückstand

Eine der
weitesten Auswärtsfahrten der Saison, da kann man sich mal
wieder einen Fanbus gönnen. Dass ich
wegen so
was früher Feierabend
mache,
darf man auch keinem erzählen, aber da der Staude eigens für
mich die Abfahrt hinauszuzögern versprach, war ich ja
moralisch in der Verantwortung. Also ging es 15 Minuten
später als geplant und zwei Monate später als gedacht los.
Ein großer
Vorteil
gegenüber der Anreise per PKW ist natürlich der, dass keiner
gezwungen ist, sich dem Wirken unserer Kicker nüchtern
entgegenzustellen. Obwohl die zuletzt gezeigten Leistungen
durchaus die Hoffnung zuließen, dass man an diesem Tage auch
ohne Alkohol Spaß haben konnte, nur halt nicht so viel. Und
so beschlossen wir im Stadion angekommen auch recht schnell,
trotz der optisch auffälligen Beschilderung und des extra
installierten Bauzauns, den Gästesektor zu meiden und eine
logistisch günstigere Position einzunehmen. Von dort konnten
wir zu Beginn eine mittlerweile schon fast gewohnt gewordene
gute Leistung bewundern, die selbst der sinnlose
Gegentreffer nicht beeinträchtigte. Mit Erstaunen stellte
ich fest, dass ich trotz des Rück- und nicht nur wegen des
Bierstandes weiterhin vom Sieg überzeugt war. Und so sehr
mich dieses nie gekannte Gefühl irritierte, so sehr lag ich
richtig damit. Ohne Mühe drehten wir das Spiel, während ich
mittlerweile doch leicht vom Alkohol beeinflusst Marcus
Wedau für all seine gezeigten Leistungen an nur einem Abend
die verdiente Strafe beibrachte, zwang ich ihm doch ein
Gespräch auf, von dem er wahrscheinlich noch deutlich mehr
weiß als ich, allerdings weit weniger wissen wollte.
Immerhin war mir im Gegensatz zu österreichischen Zählweise
noch jederzeit der Spielstand bewusst. Und der sprach schon
bald und dann bis zum Ende für uns.
Nach dem Spiel gab es dann zur Feier des Tages noch
reichhaltiges Unterhaltungsprogramm. Der Busfahrer lieferte
in Kooperation mit Staude und Kalle Comedy vom
Allerfeinsten. Einzig der Service ließ zu Wünschen übrig bis
sich endlich herausstellte, dass das Vereinsheim auf der
anderen Seite des Stadions auch außerhäuslichen
Bierausschank betrieb. Wie John und ich es allerdings
schafften unsere Portemonnaies beide bis auf den letzten
Cent leerzutrinken wird wohl ewig unser Geheimnis bleiben.







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