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Fünf
Fünftel Uerdinger
Sporthalle am Berufskolleg, Krefeld

Pünktlich um 19 Uhr, ja wirklich
pünktlich, zur FEIER DES JAHRHUNDERTS hatten wir's ausnahmsweise geschafft und
vorher sogar noch die ganz edlen Zigarren aus der Shell-Tanke erworben, allein
es half nichts, denn geöffnet wurde natürlich erst eine halbe Stunde später.
Aber wir haben hundert Jahre ausgehalten, was sind da schon dreißig Minuten?
Erst einmal drinnen fanden wir schnell heraus, dass drei mal pinkeln so teuer
war, wie einmal Jacke aufhängen, was wiederum halb so teuer war, wie einmal
saufen. Das war Gott sei Dank recht günstig und auch bitter nötig, denn bis mal
was passierte, passierte lange nichts, dann allerdings kamen die geballten
Ikonen Uerdinger Fußballhistorie, oder zumindest die, wo noch in Krefeld wohnen.
Das waren unter anderem Ulis Onkel, Heiko der Beschte und auch der gute alte
Jörg Nowotny, der wohl zufällig sein Nachbar ist. Der Knüller schlechthin, waren
aber nicht die gut recherchierten Fragen, wie zum Beispiel an Wolfgang Funkel
(für die Jüngeren, das ist der große auf dem ersten Bild), warum er denn so
kopfballstark war, sondern der wirklich überraschende Überraschungsgast, unser
aller Pokal (ebenfalls für die Jüngeren Champions-League-verseuchten, das ist
der auf Bild zwei). Danach befassten wir uns mit unseren Zigarren und der
Errichtung von Leerguttürmen, die leider immer wieder von übereifrigem Personal
abgerissen wurden, während die Möchtegern-Höhner auf der Bühne so langsam jeden
Anstand vermissen ließen (Wir scheißen auf Colonia!!!) und uns mit ihrem
kölsch-karnevalistischen Frohsinn schließlich aus der Halle trieben. Bitte lasst
zur 200-Jahr-Feier nur noch den Baumi singen! Ansonsten haben wir aber viel Spaß
gehabt, Anja leider nicht, weil RWO irgendwie nicht so gut weg kam, aber alles
in allem war der Querschnitt eigentlich positiver als die meisten der letzten
100 Jahre. Ach ja, der Kurzfilm über die erfolgreicheren Tage hat mich mal
wieder eindrucksvoll gelehrt, wie lange eine halbe Sekunde dauern kann, wenn
Rainer Krieg über den Ball tritt und Wohl und Wehe eines ganzen (nämlich
unseres) Vereins daran hängt.









 
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